Darmflora-Hund-und-Katze

Die Darmflora beim Hund und bei der Katze

In diesem Blog-Eintrag möchte ich Ihnen einmal – hoffentlich verständlich – erklären, was denn die Darmflora überhaupt ist. Sie lesen auf meiner Website vieles über die Darmflora beim Hund und bei der Katze, doch warum ist es so wichtig, dass unsere Vierbeiner eine intakte Darmflora haben? Was hat die Ernährung mit dem ganzen zu tun und wie können wir eine Darmflora erhalten oder wieder aufbauen?

Der Magen-Darm-Trakt kurz erklärt

Zum Magen-Darm-Trakt gehören Magen, die Bauchspeicheldrüse, Dünndarm, Dickdarm und der Mastdarm. Im Magen hat die Nahrung nur einen kurzen Aufenthalt.

Im Dünndarm werden die Nährstoffe aus der Nahrung aufgenommen. Der Dünndarm ist mit vielen Zotten und Krypten ausgestattet. Die Darmzotten sind Erhebungen auf der Darmschleimhaut. Die sogenannten Krypten sind dagegen Einsenkungen. Werden unsere Hunde und Katzen nicht artgerecht ernährt, so kann die Nahrung nicht von den Darmzotten nach oben transportiert werden. Dies hat zur Folge, dass die Nahrung sich in den Krypten ansammelt und so zu einem Nährboden für Parasiten wird. Die Ernährung spielt also auch in Bezug auf Parasiten eine große Rolle.

Die Hauptaufgabe des Dickdarms ist der Transport und das Speichern des Stuhls. Außerdem wird hier dem Kot das Wasser entzogen und Schleim beigemengt. So dickt der Kot ein und wird  durch den Schleim gleichzeitig gleitfähig. Besonders bei unseren Katzen ist der Vorgang des „Kot-Eindickens“ sehr stark zu beobachten.

Die Darmflora befindet sich hauptsächlich im Dickdarm und verarbeitet schwer verdauliche Stoffe. Die Darmflora ist für eine gute Verdauung unabdingbar.

Was ist denn überhaupt diese Darmflora?

Die Darmflora besteht aus vielen Billionen Mikroben. Wenn Sie sich eine Firma vorstellen, dann sind diese Mikroben die Arbeiter und die Organe sind die Maschinen. Ohne die Mikroben „läuft“ in der Darmflora überhaupt nichts. Heißt… wenn nicht genügend oder zu viele Arbeiter zur Verfügung stehen,  können die Maschinen nicht richtig bedient werden.

Es muss ein Gleichgewicht gefunden werden, dass alles harmonisch läuft.  Von daher ist es wichtig, dass die Mikroben ausgeglichen sind und weder zu viele noch zu wenig vorhanden sind. Dann haben wir eine gut funktionierende Darmflora.

Wie entsteht eine gesunde Darmflora beim Hund und bei der Katze von Anfang an?

Die Mutter der Welpen gibt die Mikroorganismen an die Welpen weiter. Hier ist es natürlich entscheidend welche Mikroorganismen die Hunde- oder Katzenmutter hat. Liegt hier schon ein Ungleichgewicht – sprich keine Harmonie vor –  kann die Mutter keine ausgeglichene Darmflora an ihre Welpen weitergeben.

Hat sie jedoch eine ausgewogene Darmflora, dann werden die Mikroorganismen während der Trächtigkeit im Geburtskanal gesammelt und können so an die Welpen weitergegeben werden. Das wäre natürlich der optimale Fall.

Durch das Säugen der Welpen nach der Geburt, werden diese mit wichtigen Mikroben versorgt. Die Kolostralmilch und die Frühmilch, die die Welpen erhalten können zwar von ihnen nicht verdaut werden, sind aber Nahrung für die Bakterien und tragen somit einen wichtigen Teil zur Darmflora bei. Auch die Umgebung beeinflusst die Besiedlung des Organismus der Welpen mit Bakterien. Je aktiver sie werden, desto mehr kommen sie in Kontakt mit weiteren Mikroorganismen.

Wichtig ist bei Welpen die orale Toleranz. Die orale Toleranz beschreibt den Vorgang, bei dem der Magen-Darm-Trakt lernt die Nahrung als solche kennenzulernen, damit keine allergische Reaktion erfolgt. Hier wird zunächst bei allen aufgenommenen Stoffen unterschieden ob sie potenziell gefährlich oder ungefährlich sind. Bringen wir nun durch Fertigfutter zwischen 20-25 verschiedene Futterstoffe auf einmal in den kleinen Welpenorganismus, dann „überfordert“ dies den Körper und dieser tut sich schwer zwischen gefährlich und ungefährlich zu unterscheiden.

Das führt dazu, dass der Körper „falsche Entscheidungen“ trifft und bestimmte Nährstoffe dann als Allergene einstuft. Bei der Welpenfütterung sollten wir so vorgehen, wie auch bei unseren Babys. Erst einen Nährstoff füttern, in Form von einer Fleischsorte… Dann Schritt für Schritt neue Nährstoffe einzeln und nacheinander hinzufügen. Dies gibt dem Körper der Welpen genug Zeit die Nahrung als ungefährlich und nicht als Allergen einzustufen.

Bringen wir sehr viele Stoffe, wie Wurmtabletten, Impfungen und andere Medikamente in den Hunde- oder Katzenkörper, dann haben wir, wenn wir hier nicht richtig vorgehen ein Problem. Das Problem ist, dass nicht nur diese Stoffe sich im Körper ansammeln, sondern auch Umweltgifte, Strahlungen oder Di-Stress den Organismus belasten. Stellen Sie sich hier ein Fass vor, das mit den ganzen Stoffen gefüllt ist und wenn  es zu viel ist einfach überläuft.

Dann reagiert unser Hund oder unsere Katze allergisch… Diesem sollten wir unbedingt vorgreifen, mit Verstand impfen und entwurmen und unsere Hunde und Katzen regelmäßig „entgiften“ und die Darmflora aufbauen.

Was kann zu Schädigungen der Darmflora und des Darms führen?

Bei vielen Erkrankungen des Dünndarms werden die Darmzotten beschädigt. Dies kann beispielsweise eine Weizen- oder Glutenunverträglichkeit sein. Ebenso können Entzündungen der Darmschleimhaut zur Folge haben, dass die Darmepithelzellen und damit auch die Darmzotten großflächig zerstört werden. Dadurch ist auch eine Bewegung der Darmzotten nicht mehr möglich.

Unverdaute Nahrung gelangt so in den Dickdarm und die Darmflora wird zerstört.

Auch die falsche Ernährung richtet hier großen Schaden an. Trockenfutter quillt mit Magensäure auf und der Dünndarm ist mit dem Säurebrei überfordert. Das hat zur Folge, dass die Darmzotten absterben. Bei leicht verdaulicher Nahrung verkleben die Darmzotten im Dünndarm und können, wie schon erwähnt, nicht mehr „arbeiten“.

Auch Medikamente beeinflussen in den ersten Lebenswochen die Entwicklung der Mikroben. Diese greifen massiv in die Besiedlung ein, denn sie zerstören Bakterien im Darm, und richten somit einen Schaden an, der den Hund oder die Katze das Leben lang begleiten kann.

Was können wir bei einer Schädigung der Darmflora für unseren Hund und unsere Katze tun?

Wichtig ist, dass eine Darmreinigung erfolgt, die die Zotten des Dünndarms reinigt. Danach muss ein gezielter Darmfloraaufbau erfolgen. Dieser Aufbau ist je nach „Zerstörungsgrad“ anders und muss individuell auf Ihren Hund oder Ihre Katze angepasst werden. Wir müssen den Darm Ihres Vierbeiners individuell „durchleuchten“ und entsprechend aufbauen.

Es ist wenig sinnvoll einfach alle uns zur Verfügung stehenden Darmbakterien in den Darm einzubringen. Hier kann ein Überschuss entstehen und so haben wir leider auch kein Gleichgewicht der Bakterien. Sinnvoll ist es hier mittels einer Kotprobe zu schauen welche Bakterien fehlen und diese gezielt in den Darm – nach der Reinigung – einzubringen.

Natürlich ist es auch wichtig im Vorfeld dafür zu sorgen, dass die Darmflora erst gar keinen Schaden nimmt. Gerne unterstütze ich Sie dabei die Darmflora Ihres Vierbeiners „auf Vordermann“ zu bringen und berate Sie auch, was Sie tun können um Ihre Fellnase vor einer zerstörten Darmflora zu schützen.