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Katzen sind Fleischfresser

Mit meiner mobilen Tierheilpraxis bin ich oft zu Katzen und Ihren Besitzern unterwegs. Bei meinen Terminen geht es natürlich auch immer die Frage der Ernährung von der jeweiligen Samtpfote. Ganz häufig bekomme ich die Antwort: Naja, also Trockenfutter steht ihr immer zur Verfügung. Meist bekommt sie morgens und abends noch Nassfutter dazu. Viele Katzenbesitzer sind sich nicht im Klaren darüber warum diese Fütterung für eine Katze nicht artgerecht ist. Dies hat mich veranlasst diesen Beitrag zu schreiben. Unsere Katzen sind schlichtweg Fleischfresser. Heißt… Getreide, Zucker und Co. haben im Napf einer Katze nichts verloren. Leider ist dieses häufig in Trockenfutter und nennen wir es mal „minderwertigem“ Nassfutter enthalten. Ich weiß, dass die Futtermittelindustrie und auch die Werbung da anderes versprechen, doch wenn wir genauer hinsehen, werden wir feststellen, dass der Schein trügt. Nicht immer entspricht alles, was uns angepriesen wird, den wirklichen Vorstellungen, die wir haben und schon gar nicht denen, die unsere Katze gesund und munter hält. Als Ernährungsberaterin und Tierheilpraktikerin ist mir jedoch wichtig, dass ich Sie darüber aufkläre und Ihnen nahe bringe, was Sie tun können um Ihrer Fellnase ein gesundes Leben zu ermöglichen. Mir ist es wichtig, dass wir uns von Anfang an Gedanken machen und nicht erst, wenn bereits eine Erkrankung eingetreten ist. Mir persönlich liegt am Herzen, dass wir vorbeugend vielem entgegenwirken können, wenn wir uns auf das „Abenteuer“ artgerechte Ernährung einlassen. Lassen Sie mich das anhand der „anatomischen Fakten“ und Besonderheiten unserer Katze erklären.

Woher stammt unsere heutige Hauskatze?

Gehen wir hier einmal zum Ursprung zurück. Der Vorfahre unserer heutigen Katze ist die Felis Silvestris libyca – kurz gesagt die Falbkatze. Sie ist vor allem in den Wüstensteppen und Buschlandschaften Nordafrikas beheimatet. Die heutigen Rassen kamen dann dadurch zustande,  dass die Ägypter die Falbkatze domestizierten. So entstanden in den letzten dreitausend Jahren durch Evolution und Züchtungen die Katzenrassen, die wir heute kennen und lieben.

Die Katzen wurden damals als Nutztiere gehalten um Nager und andere kleine Tiere zu fangen und zu „entsorgen“. Fertigfutter für Katzen gibt es erst seit Mitte des 20. Jahrhunderts. Da diese kurze Ära „Fertigfutter“ nichts  im Vergleich zu der langen Phase der Evolution ist, sind unsere Katzen auch heute noch Beutegreifer und Jäger.

Anatomie und Physiologie der Katze

Unsere Katze hat nun mal körperliche Eigenschaften, die sie als Fleischfresser auszeichnen. Genau darum wird sich die Katze auf einem Obstbaum im Garten sich nicht am Obst satt fressen, sondern darauf lauern, dass sich ein Piepmatz im Geäst niederlässt. Unsere Katzen sind Jäger durch und durch. Sie jagen und fressen meist kleine Vögel und Nager. Doch… wie sollten sie auch anders bei ihren anatomischen Eigenschaften…? Und nun lassen Sie uns diese mal genauer unter die „Lupe“ nehmen.

Die Zunge der Katze

Im Vergleich zu uns Menschen schmecken Katzen deutlich weniger. Süß schmeckt die Katze nicht, kann aber salzig, bitter und sauer unterscheiden. Zudem hat die Katze aber noch einen weiteren Geschmackssinn – sie schmeckt fleischig. Umami – so heißt dieser Geschmackssinn und kommt vor allem in proteinreichen Lebensmitteln vor. Von daher sind tierische Bestandteile, die hochwertige Proteine enthalten wichtig, damit wir eine agile Katze an unserer Seite haben, die uns Freude bereitet und wir uns nicht den Kopf zerbrechen müssen, warum unsere Katze müde wirkt und schlapp ist.

Der Speichel der Katze

Die Katze hat im Gegensatz zu uns Menschen keine Verdauungsenzyme im Speichel. Dies bedeutet: Bereits im Speichel der Katze scheitert die Aufspaltung von Kohlenhydraten und somit können diese nicht verdaut werden. Da stelle ich mir die Frage, warum viele Futter „versteckte“ Kohlenhydrate enthalten? Dienen diese als Füllstoffe um das Futter dadurch möglichst billig vermarken zu können? Ohne Rücksicht darauf, ob diese Füllstoffe dafür sorgen, dass unsere Katzen verschiedenste Erkrankungen erleiden? Doch… wer trägt dann die Kosten für die Gesunderhaltung? Natürlich Sie, denn Sie setzen alles daran, dass Ihre Katze wieder gesund wird. Schlussendlich ist dies dann deutlich kostenintensiver als ein hochwertiges und artgerechtes Nassfutter. Übrigens… Zucker  gehört oftmals auch zu den Kohlenhydraten. Allerdings werden Sie das Wort „Zucker“ selten auf der Deklaration finden. Es muss nicht genau deklariert werden. Meistens wird es umschrieben und Sie sind davon überzeugt, alles richtig zu machen.

Das Gebiss der Katze

Ausgewachsene Katzen haben 30 Zähne, Kitten hingegen 26. Die Fangzähne – Canini – eigenen sich besonders zum Festhalten der Beute, da sie dolchartig sind. Die Reiszähne, die im Backenzahnbereich sitzen, sind zum Abtrennen ganzer Beutestücke ausgelegt.

Und… Katzen machen keine Mahlbewegungen wie wir Menschen, sondern scherenartige.

Der Stoffwechsel der Katze

Auch im Hinblick auf den Stoffwechsel sind unsere Katzen etwas Besonderes. Der Stoffwechsel der Katze ist nicht für die Aufnahme größerer Mengen Kohlenhydrate ausgelegt. Sie können deshalb größere Mengen nur eingeschränkt verarbeiten. Katzen regulieren ihren Insulinspiegel über die Gluconeogenese in der Leber (Zuckerneubildung). Hierzu benötigen Sie tierische Proteine und einige andere Komponenten.

Eine weitere Besonderheit im Stoffwechsel der Katze ist, dass die Leberenzyme der Samtpfote durchgehend aktiv sind und daher benötigt die Katze eine ständige Proteinzufuhr. Auch bei proteinarmer oder kohlenhydratreicher Fütterung nimmt diese Aktivität nicht ab. Daher ist die Katze auf eine ständige Zufuhr von Proteinen angewiesen. Durch die kontinuierliche Aktivität der Leberenzyme dürfen und sollten Katzen auch nicht fasten. Ein Fastentag, wie er bei Hunden ab und zu eingelegt werden kann, ist bei Katzen nicht angebracht. Gleichzeitig heißt das nicht, dass wir unserer Katze den ganzen Tag Futter zur Verfügung stellen müssen. Geregelte Mahlzeiten sind hier das Stichwort und sollten bei der Ernährung eingehalten werden.

Und… wie hätte man es anders vermutet… noch eine Besonderheit, die unsere Katze als Fleischfresser auszeichnet.  Unsere Katzen sind abhängig von der Zufuhr bestimmter Nährstoffe, die die Samtpfote aus anderen Stoffen nicht bilden kann. Beispielsweise sind dies essentielle Aminosäuren wie Taurin oder Arginin. Neben diesen Aminosäuren gibt es auch essentielle Fettsäuren, wie die Arachidonsäure, die unsere Katzen nicht „umwandeln“ können. Arachidonsäure wird von vielen anderen Tierarten aus Linolsäure synthetisiert, was aber der Katze nicht möglich ist.

Der Magen der Katze

Der Magen der Katze ist sehr sauer. Der PH-Wert liegt bei 1-2, was nötig ist um Proteine besonders gut verwerten zu und Keime und Bakterien abzutöten. Ein wichtiger Faktor in der Ernährung, den ich Ihnen gerne genauer erkläre.

Der Darm der Katze

Der Dünndarm unserer Katze ist im Vergleich zu Pflanzenfressen sehr kurz. Im Verhältnis zur Körpergröße bedeutet dies, dass die Länge des Darmes bei der Katze bei 4:1, wobei der eines Pflanzenfressers bei weit über 10:1, liegt. Das liegt daran, dass Fleisch leicht und schnell verdaubar ist, wohingegen Pflanzenfasern viel Zeit benötigen. Auch dieses ist ein sehr wichtiges Kriterium, das bei der Ernährung nicht zu kurz kommen sollte und von mir bei einer Ernährungsberatung berücksichtigt wird.

Das Trinkverhalten der Katze

Die Katze ist – betrachtet man die Vorfahren – ein Wüstentier und so hat der Organismus der Katze ein besonderes System um möglichst viel Wasser aus dem Futter zu resorbieren. Die Katze deckt daher ihren Bedarf an Wasser beinahe völlig aus dem Futter. Beispielsweise besteht ein Beutetier zu 75% aus Wasser. Interessant ist wie der Organismus diesen „Wasserspeicher“ schaffen kann. Zum einen haben Katzen keine Schweißdrüsen und zum anderen wird der Harn der Katze hochkonzentriert und so bleibt eine größtmögliche Menge an Wasser im Körper. Von daher ist die Katze darauf angewiesen, dass sie genügend Flüssigkeit durch die Nahrung aufnimmt.

Das ist auch die Antwort darauf, warum Trockenfutter für Katzen gänzlich ungeeignet ist und fatale Folgen hat. Durch die Aufnahme von Trockenfutter und dem revolutionär bedingten geringen Durstgefühl der Katze entsteht eine chronische Dehydration. Durch dieses Flüssigkeitsdefizit kann und wird die Katze verschiedene Erkrankungen erleiden. Eine davon ist – wovon Sie sicher schon gehört haben – die Niereninsuffizienz der Katze. Eine Erkrankung, die leider immer mehr in den Vordergrund rückt, da genau die Faktoren, die ich in diesem Beitrag beschrieben habe, in den Hintergrund geraten.

Natürlich ist es auch möglich, dass Ihre Katze Glück hat und mit einer weniger artgerechten Ernährung keine ernsthaften Erkrankungen bekommt, jedoch ist das Risiko hier deutlich höher.

 Fazit

 Die Fakten in diesem Beitrag zeigen deutlich, dass unsere Katzen Fleischfresser sind. Eine pflanzliche, kohlenhydratreiche oder gar vegane Ernährung macht unsere Katzen schlichtweg krank.

Ich wünsche mir, dass Sie durch diesen Beitrag erkannt haben, dass ein Trockenfutter im Napf einer Katze „nichts zu suchen“ hat.

Gleichzeitig bedeutet Fleischfresser aber nicht, dass es genügt einfach nur Gulasch vom Metzger zu holen und es der Katze zu servieren. Ein Beutetier zu rekonstruieren bedeutet auch Fett, Knochen und Innereien mit einzubeziehen. Natürlich gehört auch ein geringer Teil Ballaststoffe und Zusätze dazu. Mit Zusätzen meine ich ausgewählte Zusätze, die im Vergleich zum natürlichen Beutetier fehlen. Und diese Zusätze erfordern individuelle Beratung oder ein intensives Wissen Ihrerseits, das sich den Lebensumständen von Ihrer Katze, Ihrem Vierbeiner anpasst.

Natürlich ist „Barf“ die Ernährung, die am artgerechtesten ist, jedoch gibt es auch hier vernünftige Alternativen. Gerne zeige ich Ihnen diese auf und gemeinsam werden wir ein Konzept ausarbeiten, das Sie und Ihre Katze „umsetzen“ können.